Institut
Profil

Profil des Instituts für Gestaltungspraxis und Kunstwissenschaft

WECHSELWIRKUNGEN ZWISCHEN THEORIE UND PRAXIS

Zweigeteiltes Bild: links ein Foto der Werkstatt. Im linken Vordergrund ist eine Druckpresse zu sehen, im Hintergrund eine Regalwand mit transparenten befüllten Kisten. Das rechte Foto zeigt in der unteren Hälfte drei Stuhlreihen, die zur dahinterliegenden Bühne ausgerichtet sind. Der Vorhang ist auf, es ist links ein Klavier und rechts ein Redepult sowie eine Flipchart zu sehen. Zweigeteiltes Bild: links ein Foto der Werkstatt. Im linken Vordergrund ist eine Druckpresse zu sehen, im Hintergrund eine Regalwand mit transparenten befüllten Kisten. Das rechte Foto zeigt in der unteren Hälfte drei Stuhlreihen, die zur dahinterliegenden Bühne ausgerichtet sind. Der Vorhang ist auf, es ist links ein Klavier und rechts ein Redepult sowie eine Flipchart zu sehen. Zweigeteiltes Bild: links ein Foto der Werkstatt. Im linken Vordergrund ist eine Druckpresse zu sehen, im Hintergrund eine Regalwand mit transparenten befüllten Kisten. Das rechte Foto zeigt in der unteren Hälfte drei Stuhlreihen, die zur dahinterliegenden Bühne ausgerichtet sind. Der Vorhang ist auf, es ist links ein Klavier und rechts ein Redepult sowie eine Flipchart zu sehen. © IGK

Die Besonderheit des Instituts liegt in der künstlerisch-wissenschaftlichen Ausrichtung mit einem Wechselwirken zwischen Theorie und Praxis, auch innerhalb der Bereiche Künstlerische Praxis, Wahrnehmungsorientierte Kunstwissenschaft und Ästhetische Didaktik. Die gestalterische Arbeit wird mit theoretischen Fragestellungen aus Kunst/Medien, Wissenschaft, Philosophie und (Kultur)Geschichte verzahnt, bzw. mit Aspekten der ästhetischen Vermittlung bis bin zur kreativen Ausstellungspraxis verknüpft: Damit hat die künstlerische Tätigkeit Auswirkungen auf die Wahrnehmung von Kunstwerken, während die kunstwissenschaftliche Auseinandersetzung den gedanklichen Horizont erweitert, in dem sich die eigenen bildnerischen Prozesse entwickeln. Ästhetische Didaktik bezieht sich sowohl auf die in Kunst- und Anschauungspraxis gewonnenen Erfahrungen als auch auf Erkenntnisse ästhetischer und theoretischer Auseinandersetzungen. In diesem Spektrum wechselseitiger Bezüge verdeutlichen sich gleichzeitig die spezifischen Zugangsweisen zur Bildenden Kunst, die im künstlerischen Handeln, theoretischen Wissen und didaktischer Expertise jeweils andere Potenziale entfalten.

Außer im Masterstudiengang Bildungswissenschaften, dem Zertifikat "Ästhetische Bildung und Gestaltung" und dem Studienprogramm "Kulturwissenschaften" wird das Zweitfach Kunst am IGK im Rahmen der Lehramtsausbildung (BA Sonderpädagogik und MEd Lehramt für Sonderpädagogik) in kleinen Seminargruppen mit einem hohen Maß an persönlicher Betreuung studiert. Dieses differenzierte Lernen ist erforderlich, um die Grundlage des Faches zu gewährleisten: eine reflektierte Künstlerische Praxis, die im experimentellen und ergebnisoffenen Arbeiten diverse Möglichkeiten zu thematisch und medial frei gewählten Projekten bietet. Für die bildnerische Tätigkeit hält die künstlerisch-experimentelle Werkstatt des IGK vielfältige Medien und Materialien bereit, so dass Malerei, Druckgrafik, Zeichnung, Fotografie, Video, Installation und Performance auch in ihren Übergängen – als „Kunst im medialen Fluss“ – erfahrbar werden. Gleichzeitig fungiert die Konzeption der Werkstatt als didaktisches Modell ästhetischen Lernens. Kunstwerke in ihrem Bedeutungsspektrum aktiv sehend und handelnd zu untersuchen sowie ihre jeweiligen Erkenntnis- und Wirkungspotenziale zu diskutieren, ist Aufgabe der Wahrnehmungsorientierten Kunstwissenschaft. Sie setzt sich auch mit verschiedenen Präsentationsweisen auseinander und behandelt den Umgang mit Kunst(werken) in/an unterschiedlichen Räumen/Orten. Im Fokus der Ästhetischen Didaktik stehen die Möglichkeiten und Voraussetzungen professioneller Vermittlung, die die Eigenstrukturen des in Frage stehenden Gegenstandes, seine institutionellen Rahmenbedingungen und partizipatorische Fragestellungen zu berücksichtigen weiß.

Indem das Studium des Faches Kunst die Wahrnehmung sensibilisiert, Gestaltungskompetenzen und non-verbale Ausdrucksmöglichkeiten stärkt sowie eine selbstbestimmte Veränderungsfähigkeit ästhetisch-praktisch einübt, können Lernmuster reflektiert und neue Haltungen und Perspektiven entworfen werden. Die Studierenden erfahren, wie ein Arbeiten mit heterogenen Ausgangsbedingungen im Bildnerischen funktioniert und lernen, bildnerische Prozesse auf Bildungsprozesse zu beziehen. Gerade im Hinblick auf die Lehrerbildung erweist sich ein solcher Transfer künstlerischer Verfahren als zukunftsweisend.